
Die Industriegemeinde Hartmannsdorf mit ihren rund 4.600 Einwohnern liegt nahe der Stadt Chemnitz. Sie befindet sich im Kreuzungspunkt der Verkehrsachsen Chemnitz - Leipzig und Zwickau - Mittweida, was auch das Bild des Ortes wesentlich geprägt hat.
Als Gründungsjahr wurde das Jahr 1346 in einer Matrikel des Bistums Meißen festgeschrieben. Die tatsächliche Gründung liegt aber wahrscheinlich bereits in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts.
Hartmannsdorf entwickelte sich im Laufe seiner Geschichte von einem Bauerndorf mit vielseitigem Handwerksstand zur Industriegemeinde.

Seine Lage an der alten Salzstraße bescherte dem Ort zum einen fleißige und wohlhabende Bürger und zum anderen aber auch Leiden durch Pest und immer wieder durchziehende Truppen, die oftmals Plünderungen und Brandschatzung verursachten.
Berühmte Persönlichkeiten wie Wallenstein, Zar Peter, Goethe und der "Alte Fritz" haben Hartmannsdorf auf der Salzstraße durchzogen. Auch in jüngster Zeit hatte der Ort königlichen Besuch. Die thailändische Königin Sirikit besuchte im Rahmen ihrer Europareise im Frühjahr 1997 die Gemeinde und besichtigte dabei unter anderem das neu erbaute Hartmannsdorfer Brauhaus. Die Gemeinde nahm besonders im 18. Jahrhundert einen schwunghaften industriellen Aufstieg. Aus dem Tuchmacherhandwerk entwickelte sich eine vielseitige Textilindustrie; diese wiederum etablierte den Textil- und Werkzeugmaschinenbau in Hartmannsdorf.

Bis in die Neuzeit ist Hartmannsdorf geprägt von einer leistungsfähigen Gewerbe- und Industrietätigkeit. Nach der politischen Wende im Jahr 1990 und dem in diesem Zusammenhang stehenden starken Einbruch der örtlichen Industriebranchen begann ein zielstrebiger Umstrukturierungsprozess. Neu erschlossene Gewerbegebiete erzielten eine schnelle Auslastung, so dass diese bereits erweitert wurden. Auch die Wohnverhältnisse für die Hartmannsdorfer wurden durch örtliche und private Neubau- und Renovierungstätigkeit spürbar verbessert. Der Ersatzneubau des Diakomed-Krankenhauses mit 340 Betten bringt eine weitere Bereicherung für die Gemeinde. Der Neubau der Bundesautobahn A72 Chemnitz - Leipzig tangiert den Ort südwestlich. Hartmannsdorf erhielt an dieser Trasse eine eigene Anschlussstelle mit unmittelbarer Anbindung des größten örtlichen Gewerbegebietes. Dadurch konnte der innerörtlichen Verkehr auf den zuvor stark frequentierten Verkehrsachsen des Ortes deutlich entlastet werden und zudem auch den innerörtlichen Unternehmen eine noch bessere Verkehrsanbindung geboten werden.